Versprechen/Versprechenserneuerung der CaEx
Das Versprechen ist das Fundament der Pfadfinder*innen-Bewegung und ein zentrales Element unserer Pfadfinder*innen-Methode. Es ist ein Versprechen an sich selbst und die persönliche Zugehörigkeit zur Gemeinschaft der Pfadfinder*innen.
Das Versprechen in der Pfadfinder*innen-Bewegung[Bearbeiten]
Abgeleitet vom originalen Versprechen formuliert von BiPi kommen folgende Kerninhalte in jedem Pfadfinder*innen-Versprechen auf der Welt vor:
- Die Grundhaltung "mein Bestes zu tun",
- Die drei Grundprinzipien der Weltpfadfinder*innenbewegung: Duty to Self, Duty to Others, Duty to God,
- Das Pfadfinder*innengesetz
Die drei Grundprinzipien der Weltpfadfinder*innenbewegung sind die inhaltlichen Hauptbestandteile des Versprechens:
- "Duty to God – Dienst an Gott" … die Beziehung einer Person zu den spirituellen Werten des Lebens, der grundsätzliche Glaube an eine Macht, die über der Menschheit steht.
- "Duty to Others – Dienst an den Anderen" … die Verantwortung einer Person in der Gesellschaft (in der Familie, im Ort/der Stadt, im Land oder der Welt) sowie der Respekt gegenüber anderen und gegenüber der Natur.
- "Duty to Self – Dienst an mir selbst" … die Verantwortung einer Person, die eigenen Potenziale zu entwickeln, so gut sie kann.
Das Pfadfinder*innengesetz
Das Pfadi-Gesetz geht ebenfalls auf BiPi zurück, hier gibt es altersgerechte Gesetze für Biber, WiWö und ab den GuSp. Ab den GuSp gibt es acht Gesetzespunkte, die uns als Pfadfinder*innen als Leitlinie dienen sollen. Das Pfadi-Gesetz spiegelt sich auch in unseren Schwerpunkten wider – zu jedem Gesetzespunkt gibt es auch einen Schwerpunkt.
Gesetz ab der GuSp - Stufe:
- Der Pfadfinder*Die Pfadfinderin ist treu und hilft wo er*sie kann.
- Der Pfadfinder*Die Pfadfinderin achtet alle Menschen und sucht sie zu verstehen.
- Der Pfadfinder*Die Pfadfinderin sucht den Weg zu Gott.
- Der Pfadfinder*Die Pfadfinderin überlegt, entscheidet sich und handelt danach.
- Der Pfadfinder*Die Pfadfinderin lebt einfach und schützt die Natur.
- Der Pfadfinder*Die Pfadfinderin ist fröhlich und unverzagt.
- Der Pfadfinder*Die Pfadfinderin nützt seine*ihre Fähigkeiten.
- Der Pfadfinder*Die Pfadfinderin führt ein gesundes Leben.
Auch wenn diese Inhalte und Grundprinzipien in allen Versprechen vorkommen, so ist das Pfadfinder*innen-Versprechen eine bewusste und persönliche Entscheidung, sich mit den Werten der Bewegung zu identifizieren.
Der Versprechenstext
Bei den PPÖ gibt es ausformulierte Versprechen für Biber, WiWö und ab der GuSp Stufe.
Das Versprechen der PPÖ ab der GuSp-Stufe:
„Ich verspreche bei meiner Ehre, dass ich mein Bestes tun will, Gott und meinem Land zu dienen, meinen Mitmenschen zu helfen und nach dem Pfadfindergesetz zu leben.“
In den Stufen Biber bis GuSp wird das Versprechen altersgerecht aufbereitet und die Kinder können sich eigene Formulierungen überlegen. Ab den CaEx sollen sich die Jugendlichen intensiv mit ihren eigenen Wertvorstellungen auseinandersetzen, ihre Zugehörigkeit zur Gemeinschaft der Pfadfinder*innen reflektieren und ihr persönliches Versprechen ausformulieren.
Weitere Informationen und Erklärungen zum Versprechen findest du außerdem im Fachwissen und im Positionspapier zum Thema „Duty to God“.
Versprechen bei den CaEx[Bearbeiten]
Bei den CaEx gibt es die Möglichkeit, das eigene Versprechen zu erneuern und sich noch einmal bewusst mit der Pfadfinder*innenbewegung und der persönlichen Zugehörigkeit zur Gemeinschaft auseinanderzusetzen. Auch Quereinsteiger*innen sollen bei den CaEx ihr eigenes Versprechen formulieren.
Diese Möglichkeit fördert die Eigenverantwortung der Jugendlichen und regt dazu an, sich intensiv mit den Prinzipien „Duty to God“, „Duty to Others“ und „Duty to Self“ auseinanderzusetzen. Dieser Prozess der Auseinandersetzung fördert die persönliche und soziale Entwicklung der CaEx, stärkt ihr Verantwortungsbewusstsein und begleitet sie auf ihrem Weg zu selbstbewussten und reflektierten jungen Erwachsenen. Dabei ist es Aufgabe von euch als Leiter*innen, die CaEx methodisch zu begleiten und sicherzustellen, dass die Kerninhalte und Grundprinzipien der Pfadfinder*innenbewegung im Versprechen berücksichtigt werden.
Damit das Versprechen für den*die Jugendliche*n selbst authentisch bleibt, aber auch den grundlegenden Werten der Pfadi-Bewegung entspricht, ist eine enge Begleitung durch euch Leiter*innen wichtig. Ihr könnt den Prozess durch gezielte Fragen, Reflexionsrunden und andere Methoden unterstützen, beispielsweise:
Reflexionsübungen mit Fragen
- Warum bin ich bei den Pfadfinder*innen?
- Was bedeutet Verantwortung für mich?
- Wie möchte ich anderen und mir selbst gegenüber handeln?
- Wie kann ich die drei Prinzipien „Duty to God“, „Duty to Others“ und „Duty to Self“ umsetzen, was ist mir dabei besonders wichtig?
- Wie kann ich das Pfadfinder*innengesetz umsetzen?
- Was bedeutet die Gemeinschaft der Pfadfinder*innenbewegung für mich?
Symbolarbeit
Die Werte des Versprechens können in Bilder oder Symbole übersetzt werden, die das persönliche Versprechen der CaEx verdeutlichen.
Gruppendiskussionen
Der Austausch mit anderen CaEx ermöglicht Perspektivwechsel und inspiriert die individuelle Versprechensgestaltung.
Persönliches Gespräch
Manchen Jugendlichen fällt es nicht leicht, in der großen Gruppe über ihre Gedanken zu den unterschiedlichen Fragen zu sprechen. Bietet ihnen immer auch das persönliche Gespräch an!
Ihr als Leiter*innen könnt die Jugendlichen bei der Formulierung unterstützen und ihnen das PPÖ-Versprechen oder Satzbausteine als Anhaltspunkt vorlegen. Achtet aber darauf, dass eure Jugendlichen diese Sätze nicht einfach so übernehmen, sondern sich Gedanken dazu machen, warum eine bestimmte Formulierung in ihrem persönlichen Versprechen vorkommen soll.
Sollte ein Versprechenstext die Kerninhalte nicht abdecken oder nicht mit den Werten der Pfadi-Bewegung übereinstimmen, sprecht mit dem*der Jugendlichen darüber und regt dazu an, die Formulierung noch einmal zu überarbeiten. Eure Jugendlichen sollen am Schluss nachhaltige Versprechen formuliert haben, die mit den Werten und Prinzipien der Pfadfinder*innenbewegung und ihrer persönlichen Einstellung übereinstimmen.
Wichtig ist, dass das Versprechen bzw. besonders die Versprechenserneuerung freiwillig und etwas Persönliches ist. Unterstützt und motiviert die Jugendlichen dabei, sich mit ihren persönlichen Werten und der Zugehörigkeit zu den Pfadfinder*innen auseinanderzusetzen. Die Entscheidung zum Versprechen oder der Versprechenserneuerung bleibt jedoch jedem*jeder Jugendlichen selbst überlassen.
Die Versprechensfeier[Bearbeiten]
Als Zeichen des Versprechens und der Zugehörigkeit zur Pfadi-Bewegung bekommen wir das Halstuch verliehen – ein Symbol, das Pfadfinder*innen auf der ganzen Welt verbindet. Üblicherweise wird die Versprechensfeier - wie das Wort bereits sagt- ein einem feierlichen Rahmen veranstaltet, aber auch die Erneuerung des Versprechens kann und soll ebenso feierlich abgehalten werden. Dabei wird nicht „nur“ das Versprechen gegeben oder erneuert, sondern auch auch eine Gelegenheit und ein Moment geschaffen, die Zugehörigkeit zur Gruppe bewusst zu erleben und zu stärken.
In vielen Gruppen finden die Versprechensfeiern auf Sommerlagern, Gruppenfeiern oder bei besonderen Heimstunden statt. Rituale wie Lagerfeuer, persönliche Botschaften oder symbolische Gegenstände verleihen der Zeremonie eine besondere Bedeutung. Prinzipiell gibt es aber keine Richtlinie, in welchem Rahmen die Versprechensfeier abgehalten werden soll – ihr als Leiter*innen kennt eure Jugendlichen am besten und könnt so einen Rahmen schaffen, der für die Jugendlichen passend ist und die Versprechensfeier zu etwas Besonderem macht. Denkt daran, die Jugendlichen auch in die Planung miteinzubeziehen!